Swingerclubsterben: Die Villa Mondän

JungAusBerlin schrieb am 24. September 2009

R.I.P. Villa Mondän [Symbolbild]

Wieder mal ein Club weniger in dieser Stadt. Nun zumindest offiziell.

Geschlossen war der Laden im tiefsten Osten Berlins ja schon eine ganze Weile. Zunächst wurde auf der Website monatelang großspurig ein Umbau, eine kleine Sommerpause und eine Wiedereröffnung im September angekündigt. Geglaubt hatten wir dies jedoch nie. Währenddessen und wohl von kaum einem Besucher bemerkt, wurde das Gewerbeobjekt zwischendurch im Frühsommer sogar potenziellen Nachmietern für diverse gewerbliche Zwecke angepriesen. Und jetzt lesen wir endlich das auf deren Website, was doch eigentlich schon lange klar war: Der Laden macht endgültig dicht.

Mal gucken, welche Art Gewerbe dort demnächst eröffnet. So ein Flatrate-Puff würde doch perfekt da reinpassen… 😈

Nun darf man sich wohl endgültig darüber „freuen“, dass das seltsame, dickbäuchige, handtuchtragende Villa-Mondän-Stamm-Publikum andere Clubs entert und sich woanders als Aura-Crasher versucht, wie wir erst letztes Wochenende erleben konnten.

Unser Nachruf auf dieses Etablissement:
Die „Villa Mondän“ war für uns ein Club, …

  • … in dem wir uns bei jeder Getränkebestellung wie Bittsteller vorkamen.
  • … in dem man mit Grablichtern(!), anstatt üblichen Teelichtern, auf den Tischen für heimelige „Atmosphäre“ sorgte.
  • … der eine „Orgasmusgarantie“ versprach und damit häufig niveaulose Gäste in den Laden lockte, die sich nicht zu benehmen wussten.
  • … in dem Hausnutten gewisse Unterhaltungsdamen für einsame Solos zur Unterhaltung bereit standen (natürlich immer gaaanz ohne Sex).
  • … der dank Videokamera auf der großen Spielwiese auch mal die gelangweilten Leute unten an der Bar mit Live-Pornos von der Matte unterhielt und unser Weibchen nach entsetzter Nachfrage die abgefuckte Antwort von der Hausdame erhielt: „Nun hab Dich mal nicht so, Du bist doch im Swingerclub!“
  • … in den wir bis Frühjahr 2007 ein bis zwei Mal im Jahr gingen (häufiger war das Publikum, der Barkeeper und die drückende Grundstimmung nicht zu ertragen).
  • … in dem wir trotz bestätigter Anmeldung am 07.04.2007 vom stets unfreundlichen, stockschwulen Barkeeper Uwe beim Einlass mit überhöhtem Eintrittspreis abgezockt werden sollten, uns dies aber selbstredend nicht gefallen ließen, in einen anderen Laden fuhren und den Club fortan endgültig mieden.
  • … in dem wir trotz allem (Verabredungen und echtem Glück sei Dank) 2-3 ganz nette Abende verlebten.

Wir werden diesem Drecksladen keine Träne nachweinen und sind uns sicher, dass da bald noch ein weiterer folgen wird.

Update vom 07.11.2009:
Ganz nach dem Wiederauferstehungs-Vorbild des Legere(s) öffnet auch die „Villa Mondän“ am kommenden Wochenende wieder. Das passende Datum für den erfolgreichen Neustart haben sie sich ja schon ausgesucht: Freitag, den 13.
Hurra, jetzt hat Berlin endlich wieder einen festen Treffpunkt für die Dicken und Doofen. 😆

Update von Januar 2010:
Da haben wir uns zu früh gefreut. Der Laden ist wieder dicht.
Ihr habt sie echt nicht mehr alle: Zu, Auf, Zu, …

Update vom 05.02.2010:
Und nun ist wieder auf. Benennt Euch doch um in „Ping-Pong-Club“.
Freitags halten sogar irgendwelche Weiber (oder sind es doch Nutten?) ihren Arsch beim Gang-Bang hin! Bahh…
Wir werden dieses Chaos nun nicht mehr weiter kommentieren. Ist uns echt zu blöd.

Update vom 21.04.2010:
Neuigkeiten: Wir haben nun Hausverbot in der Villa Mondän. Wegen unserer Kritik.
Mehr hierzu in folgendem Beitrag von uns.

Update vom 12.04.2012:
Da aufgrund des heutigen RTL2-Berichtes rund um diesen Club binnen einer Stunde weit über 1.600 Besucher bei uns landeten, hier eine aktuelle Info: Ja, der Swingerclub ist seit einer ganzen Weile geschlossen. Ja, der RTL2-Bericht ist uralt. Habt viel Spaß mit unserem Blog!

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4 Kommentare zu “Swingerclubsterben: Die Villa Mondän”

  1.  Angelagerdam 18. März 2010 um 18:51

    Also ich muss mal sagen, das wir durch Zufall auf die Seite gestoßen sind, und wir kannten den Club vorher nicht, aber wir waren vor 14 Tgane dort, und können nichts negatives sagen. Das Personal sehr freundlich und aufmerksam, sehr sauberer Laden im gegensatz zu anderen Swingerclubs in Berlin!!! Und das Preis-Leistungsverhältnis ist durchaus angemessen, zumal die Masagen im Club inklusive sind. Und angebliche „profesionelle Damen“ waren keine dort.
    Also liebes Villa Team, und habt ihr als Stammkunden jetzt jedenfalls dazu gewonnen, und wir freuen uns schon auf nächsten Samstag wieder bei euch zu sein.
    Angela und Gerd

  2.  JungAusBerlinam 19. März 2010 um 00:26

    zum Eintrag von „Angelagerd“:
    Kaum funktioniert das Gästebuch dieses unserer Meinung nach gar nicht mondänen Clubs vorübergehend mal nicht (PHP-/Datenbankfehler), schon posten die „Gäste“ hier… 😕
    Vorsorgliche Klarstellung: WIR (also JungAusBerlin) sind NICHT das „liebe Villa Team“. Zum Glück!
    Und seltsam ist auch, dass in einem >>anderen Blog<<, der sich kritisch mit der "Villa Mondän" auseinandersetzt, fast zeitgleich eine ähnliche Lobeshymne abgesetzt wurde. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt...

  3.  Brinaam 18. August 2010 um 21:57

    Ich hatte heute überlegt, wieder mal den Club zu besuchen und erfahre erst jetzt, dass er nicht mehr exestiert. Schade wie ich finde, aber nicht zu ändern.
    Ich war zweimal dort gewesen und mich auch wohlgefühlt. Gut das Gerede von der „Orgasmusgarantie“ war stets übertrieben. Ich hatte dort nur einmal Sex gehabt und bis dahin hat es auch eine Weile gedauert. Naja, werde mir jetzt eine andere Location suchen…

  4.  Holstentor (unser Nick bei JC)am 20. Mai 2013 um 18:52

    Hurra! Dieser Beitrag ist unsere absolute Nummer 1 eures Blogs! Wir haben Tränen gelacht: Ping-Pong-Club, Grablichter und Mattenliveporno. Herrlich, weiter so. Wir lesen weiter. Versprochen!
    Die Holstis

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