Nachruf auf das »Adventure 2« in Ebendorf

JungAusBerlin schrieb am 26. Januar 2019

Nun ist es geschehen: Der Swingerclub „Adventure 2“ in der Nähe von Magdeburg hat nach knapp über 11 Jahren kürzlich dicht gemacht. Kompliment, Ihr habt länger durchgehalten, als damals von uns gedacht.

Wir waren in den letzten 11 Jahren natürlich immer wieder mal in dem Club. Anfangs häufiger, in den letzten 3 Jahren nur noch ca. einmal pro Jahr. Der Laden hat leider in den letzten ca. 5 Jahren immer mehr nachgelassen. Mit dem Publikum in dem Club wurden wir irgendwie bis auf ein, zwei Ausnahmen nicht so richtig warm. Die geilsten Abende hatten wir mit Leuten, die wir aus Berlin mitbrachten. Zum Schluss war es nur noch Dorf-Stammtisch-Atmosphäre, Erotik wollte bei kaum jemandem mehr aufkommen – war ja auch kaum jemand da. Dies lag gewiss auch an der schleichenden Vernachlässigung des Clubs, es wurde kaum mehr investiert. Die mit weißen Tüchern abgehangenen Decken im Spielwiesenbereich wurden immer dreckiger (Staub, tote Insekten, Flecken, …) und der kleine Außenbereich wurde in all den Jahren nie auf Vordermann gebracht. Schade, da hätte wirklich was draus werden können. Das Publikum bestand bei unseren Besuchen der letzten Jahre fast nur noch aus langweiligen Stammgästen, die sich an die Bar klammerten um Dorf-Smalltalk zu halten und sich zum ausnahmsweisen Ficken in den abschließbaren Räumen verbarrikadierten. Wirklich heftiges Treiben im Mattenbereich erlebten wir äußerst selten, vorrangig in der Anfangszeit des Ladens oder wenn wir in Begleitung erschienen. Die Bewertungen anderer Clubgäste auf wurden mit der Zeit auch immer schlechter.

Bei unserem letzten Besuch im September 2018 war das baldige Ende bereits mehr als absehbar. Der Bar-Bereich wirkte wie ein Wohnzimmer mit unangenehmer Beleuchtung (Deckenfluter), die neuen Sitzgelegenheiten waren unbequem, die Pole-Dance-Stange abgebaut, die PC-Musikanlage kaputt, in Durchgangsbereichen lagen Kabel herum und der Umfang des sonst als „ok“ empfundenen Buffets wurde auf ein Minimum zusammengespart. Der Swingerclub war nun endgültig zur Dorfkneipe mutiert. Lui und Cherie, die den Laden damals mit aufgebaut hatten, hatten ein goldenes Händchen in Sachen Kreativität. Leider wurde nach deren Abgang in 2008 der Laden einfach stupide weiterbetrieben. Unserer Meinung nach setzte Betriebsblindheit ein und es fehlte offenbar an Ideen, sowie einem echten Konzept und Kundenbindung. Wir bemerkten auch bei unseren Besuchen öfter Gäste, die hinter der Bar aushalfen oder sich als DJ bemühten. Auch dies zeugte für uns von fehlender Professionalität, denn Clubgäste sollten immer nur Gäste bleiben.

Die „echte“ Chefin Stephanie hat sich hingegen zu einer Person entwickelt, die wir tatsächlich als angenehm empfanden. Anfangs stand sie ja nicht wirklich ggü. Gästen zu ihrem Club, aber bereits nach einigen Monaten des Betreibens mauserte sie sich zu einer Gastgeberin, die kommunikativ und zuvorkommend war. Wir hatten so einige sehr nette, auch längere Gespräche mit ihr. Kompliment für diese Wandlung!

Was wird nun aus dem Club? Es wird zumindest keinen Nachfolger in dem alten, von außen schon jahrelang abbruchreif wirkenden Haus geben. Wir vermuten, die Immobilienblase wurde genutzt und das Grundstück wird bald neu bebaut. Die Internetdomain des Clubs ist zu verkaufen, die Pseudo-Chefin Claudia will scheinbar etwas Eigenes aufziehen – das Profil auf JOYCLUB hat sie zumindest übernommen und umbenannt. An einen Neustart glauben wir aber nicht wirklich…

Natürlich hatten wir im Adventure 2 auch abgefahrene Erlebnisse, die wir ohne Nennung des Clubs in Blog-Beiträge gepackt haben.
Hier mal die Liste:
Der Slip, der sich zu uns verirrte
Angst vor der Swinger-Oma auf dem Gynstuhl
Unglaublich: Beischlafdiebstahl von Sexspielzeug
Plan B eines Dreiergespanns: Kinderdisco im Swingerclub

Nach langem Todeskampf – Ruhe in Frieden, liebes A2!

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