Silvester ist in unseren Augen zwar meist überbewertet, dennoch will man ja irgendwas besonderes unternehmen und schaut sich nach Events um. Nach der coronabedingten Zwangs-Auszeit freuten wir uns auf eine Party in Berlin, die dann aber aus Krankheitsgründen zwei Tage vorher abgesagt wurde. Mist! So kurzfristig umzudisponieren wäre in einem faulen Kompromiss geendet und sowas mögen wir gar nicht. Hotelzimmer in Prag waren völlig überteuert, 300 EUR für eine Bude, die normalerweise 60 EUR pro Nacht kostet, sahen wir nicht ein. Für den nächsten Jahreswechsel sorgen wir rechtzeitig vor und buchen lange vorher – da sind wir dem Absager unserer geplanten Party in Berlin gegenüber sehr nachtragend.
In Berlin gab es nicht viele ernstzunehmende Swinger-Silvesterpartys. Das Insomnia drohte mit über 450 Anmeldungen einfach nur überfüllt zu enden. Eine erotische Bar in Charlottenburg hatte für uns noch nie einen besonderen Reiz und es gab aufgrund des angemeldeten Publikums auch keinerlei Pro-Argumente für einen Besuch – dasselbe galt für einen anderen Swingerclub in einem üblen Ghetto-Viertel. Dann gab es noch eine pseudo-privat organisierte Party in einem „Loft“, der Veranstalter mit seiner Clique ist vom Ruf her aber auch eher ein abschreckendes Beispiel. Die Tempeloase oder das Avarus hatten es -wie eigentlich immer- erst gar nicht nötig, zu Silvester überhaupt was auf die Beine zu stellen und verzichteten auf den Umsatz und Stress. Traurig, aber das ist Berlin.
Hinterher lasen wir mal die Bewertungen der einzelnen Events in Berlin quer und wurden wenig überrascht:
Die Leute mussten teilweise wegen mieser Garderobensituation über drei Stunden auf der Straße anstehen um in einem völlig überfüllten Club zu landen, in dem die Party aber immerhin offenbar toll war. Nach einiger Zeit war der Laden aber aufgrund mangelnder Reinigung recht siffig in gewissen Bereichen. Wer es mag…
Woanders stand unfreundliches und unfähiges Personal hinterm Tresen, Getränkebestellungen dauerten ewig und nach Mitternacht fing das Personal an, sich untereinander lautstark zu streiten. Gäste in normaler Straßen-Schlabberkleidung killten dann die erotische Stimmung endgültig. Geile Stimmung, mehr davon!
Bei der nächsten Party gab es nur zwei Toiletten für über 150 angemeldete Gäste, was in ewigem Anstehen vorm Klo endete, sofern man die Location überhaupt erreichte, weil sich hirnlose Deppen im Hauseingang Straßenschlachten mit Feuerwerk lieferten. Die Polizei regelte das irgendwann. Die Luft war verraucht, die Location für die Anzahl an Gästen zu klein, der Wodka vor Mitternacht alle und eine Paar-Dame wurde nach der Party von einer Horde traumatisierter, aber wertvoller Fachkräfte mit Migrationshintergrund (in Berlin neuerdings „Westasiaten“ genannt) durch Feuerwerk verletzt.
Woanders war das Personal eher mit sich und dem Selbstbesäufnis beschäftigt, Stammgäste halfen dem überforderten Personal u.a. beim Abwasch aus.
Leute, was ist nur los in Berlin? Schämt Ihr Veranstalter Euch nicht, Euren zahlenden Gästen so eine Scheiße vorzusetzen?
Wir werden es künftig mit Silvester halten, wie in den Jahren vor 2017. Wir werden uns wieder ins Auto setzen, dem Trauerspiel entfliehen und außerhalb Silvester feiern – mindestens 200 Kilometer von Berlin entfernt. Hat früher irgendwie immer Spaß gemacht und man sollte seiner Linie ja treu bleiben.
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Impfdurchbruch nennt man das, was uns beiden Ende Juli widerfahren ist. Das bedeutet, trotz zweifacher Impfung gegen Covid-19 haben wir uns mit Corona infiziert. Beide! Laut Sequenzierung mit der in Deutschland absolut seltenen
Böse Nachrichten aus Prag erreichten uns. Schon im Dezember waren wir vor Ort und da war die Sache mit der Schließung des Clubs SWINGERS CLUB PRAHA 1 noch hoch-aktuell, da hatten wir aber Hoffnung, dass er bald wieder öffnet und verbrachten notgedrungen einen Abend in einem anderen Laden in der Stadt. Nun, ein paar Wochen später, die traurige Gewissheit: Trotz gültigem Mietvertrag haben der Hauseigentümer und seine Leute des seit längerer Zeit in der Sanierung befindlichen Hauses in bester Lage im Herzen Prags einfach die Clubbetreiber von heute auf morgen ausgesperrt und die Einrichtung des Clubs im Nachgang völlig zerstört. Die örtlichen Behörden waren den Betreibern auch bislang keinerlei Hilfe. Geradezu mafiöse Methoden wurden angewandt, um den Club loszuwerden und dem Ziel näher zu kommen, das Haus für spätere Eigentümer/Mieter „sauber“ zu bekommen und die unterirdischen Räumlichkeiten des Clubs anderweitig zu nutzen (Tiefgarage?). Das sowas mitten in Europa in einem angeblichen Rechtsstaat möglich ist, ist eine Mega-Sauerei!
Das Jahr 2013 hatte es in sich – in vielerlei Hinsicht! Wir sind froh, dass es vorbei ist…
Dieser Sommer hat es echt in sich. Manche fragen sich vielleicht, wieso wir momentan so wenig schreiben? Es liegt daran, dass wir einerseits recht viel um die Ohren haben, andererseits kommen wir aus dem Kopfschütteln über das Elend der Swingerszene in Berlin kaum noch heraus.





