Renovierter Swingerclub in Prag

JungAusBerlin schrieb am 6. Juli 2021

Da die Clubs in Berlin und Umgebung überwiegend noch im Lockdown oder -falls sie geöffnet sind- oft völlig überlaufen und daher gewiss nicht coronakonform sind, ging es mal wieder nach Prag. Über 1,5 Jahre ist der letzte Prag-Besuch im „SWINGERS CLUB PRAHA 1“, nun auch genannt „Klub Bunkr“ her. Auch in Tschechien gab es einen langen Lockdown und seit einigen Tagen hat der Club endlich wieder geöffnet. Es war von einer Renovierung und Erweiterung auf der Website des Clubs zu lesen, mangels Fotos musste aber ein persönlicher Eindruck her.

Der Club offenbarte eine sehr positive Überraschung. Während die meisten Swingerclubs in Deutschland sich tatenlos der Corona-Lethargie hingaben, hat der Laden in Prag die Zeit genutzt, Geld und Manpower in die Hand genommen und aus dem „ewigen Provisorium“ (der Club entstand etwas aus der Not) einen deutlich aufgewerteten Swingerclub herbeigezaubert, der sich echt sehen lassen kann. Alleine 13 (DREIZEHN!) neue Spielwiesen sind hinzugekommen, ein neuer Dusch-/Wellnessbereich mit schönem Pool ist entstanden, ein abgeschlossener Raucher-Raum mit Fenster zum Lounge-Bereich sorgt für bessere Luft, die Bar wurde neu gebaut, das Buffet wirkt nun im Bar-Bereich besser platziert, die vorher wild in den Gängen platzierten Schränke der Gäste sind nun alle in einem großen Umkleideraum, überall neue Bodenbeläge und nun ist auch ein Konzept des Clubs erkennbar. Wirklich super, endlich mal ein Lichtblick, auf den die Chefin des Ladens echt stolz sein kann. Was etwas fehlte, waren aber noch die Gäste, was aber auch an einem Besuch an zwei Abenden unter der Woche oder an einer noch generellen Zurückhaltung der Gäste aufgrund Corona gelegen haben könnte. Auf jeden Fall steht mal wieder ein Besuch am Wochenende an, mit hoffentlich etwas mehr Action.

Auch zu den Corona-Maßnahmen ein paar Worte: Es gab Desinfektionsmittelspender und Hinweisschilder auf den Tischen zu „Abstand, Hygiene und Maske tragen“. Das war es dann aber auch. Maske trug im Club niemand, einen Test oder Impfnachweis wollte keiner sehen. Nicht optimal, aber das liegt nicht in unserer Hand.

Clubs in Prag sind immer etwas wild und es geht auch manchmal etwas rustikaler zu, als in den meisten Swingerclubs in Deutschland. Wir mögen das irgendwie. Aus diesem Grund ist Prag eine willkommene Abwechslung und wird -sofern nicht wieder Lockdowns dazwischenkommen- bald wieder auf unserer Reiseliste stehen.

Übrigens: Die Clubchefin verriet, es gibt endlich bald Fotos des Clubs auf der Website. Früher war dies wohl aufgrund von Vorgaben des Vermieters nicht möglich. Es wäre aber eine Schande, die Fotos des „neuen“ Clubs potenziellen Gästen vorzuenthalten.

Noch ein paar Tipps für Erstbesucher:
Wer von Euch diesen Club mal aufsuchen will, sollte sich nicht wundern, dass es keine Klingel gibt. Wenn Ihr vor der Türe steht, müsst Ihr die Nummer des Clubs kurz anrufen (Personal spricht englisch) und man öffnet Euch. Den richtigen Eingang in diesem recht ungewöhnlichen Ambiente (Hochhaus) haben wir mal auf dem folgenden Foto markiert, denn man kann auch auf der falschen Seite des Hauses stehen. Ferner ist es empfehlenswert, die Club-Events auf der Website vorher zu checken, denn es gibt auch recht spezielle Mottos oder sogar Events, zu denen man nur mit VIP-Einladung reinkommt.

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Es reicht: Corona verändert und zerstört die Swingerszene

JungAusBerlin schrieb am 5. Mai 2021

Mit einer kurzen Unterbrechung von manchmal wenigen Wochen sind die Swingerclubs nun seit über einem Jahr im Lockdown. Was wird nach Lockerung der Maßnahmen davon noch übrig bleiben? Wir befürchten, etwa die Hälfte der Swingerclubs wird es nicht schaffen. Gründe liegen u.a. auch in den hohen Hürden der Corona-Hilfen, die nur professionell als Firma aufgezogene Clubs mit vernünftiger Buchführung erhalten, die aufgrund ihrer Professionalität ferner eher zusätzlich einen finanziellen Background haben, als Clubs, die jeden zweiten Eintritt schwarz am Finanzamt vorbei kassiert haben. Vereine und nebenbei betriebene Mini-Dorfclubs werden hier gewiss leer ausgehen und es finanziell nicht packen. Dazu kommt der Sommer. Gerade in der kühleren Jahreszeit sind Clubs meist besser besucht, als in den warmen Sommermonaten. Der Grund liegt auf der Hand, die Leute sitzen lieber draußen, als in einem stickigen Club. Wir nennen das seit Jahren einfach nur „Sommerloch“. Gewinner sind höchstens Clubs mit Außenbereich, wovon es aber nicht so viele gibt. Ferner sind Swingerclubs ja eine recht spezielle Nische, in die sich halt selten jemand einfach so „verirrt“ und die Leute werden wohl zuerst die Biergärten und Restaurants stürmen wollen und irgendwann direkt vorm Herbst-Lockdown erst die Swingerclubs.

15 Monate Covid-19 haben auch die Swingerszene verändert, die Auswirkungen sind noch nicht wirklich absehbar. Sehr viele Leute halten sich brav an die Maßnahmen und Gebote, so auch wir. Es herrscht unter vielen Menschen mittlerweile eine gewisse Abneigung, Fremden unnötig nahe zu kommen. Dieses neu gelernte Verhalten wird nicht jeder gleich wieder ablegen können oder wollen, wenn der Schrecken von Corona langsam verschwindet. In den letzten 15 Monaten waren wir beispielsweise nicht einmal erkältet oder anderweitig krank, die Grippesaison 2020/2021 ist faktisch ausgefallen. Wieso? Abstand, Masken und erhöhte Hygiene. Also eigentlich ne feine Sache und es geht vielen Leuten genauso. Dennoch befürchten wir, selbst mit Impfung und deutlich nachlassenden Zahlen wird der Kontaktsport „Swingerclubbesuch“ bei vielen Swingern auf lange Sicht nicht stattfinden. Bei Leuten, die sich nicht ernsthaft an Maßnahmen halten, fand und findet Vieles im Privaten und Verborgenen statt – Egoismus, Naivität und Dummheit sind halt grenzenlos.

Auch wenn Plattformen wie JOYCLUB und die Swingerclubs sich mangels echter Events was einfallen lassen müssen, ihre Mitglieder/Gäste zu bespaßen, ist und bleibt das Live-Streaming mit DJs aus leeren Clubs, fickenden Leuten in oft hässlichen Wohnzimmern oder einem virtuellen „Tanz in den Mai“ einfach lächerlich. Sorry, aber das will doch keiner ernsthaft sehen. Wir waren auf jeden Fall erschrocken, als wir uns die letzten Tage erstmals mit dem Streaming-Angebot auf JOYCLUB beschäftigt haben. Krass! Sorry, aber das ist wirklich nicht unsere Welt: Wichsende Kerle sind da kaum erwähnenswert. Seltsam wird es bei in ihren Garten pinkelnden Paaren, Typen die stundenlang im dreckigen Wasser ihres Pools sitzen und Nonsens über LKWs erzählen, Rollstuhlfahrer mit Dauerlatte die ihrer Freundin den Arsch versohlen und dann mit Wachs verbrühen, Oma und Opa beim Blaskonzert neben einem Stapel an Medikamenten, der gelangweilten Hausfrau mit Sachsen-Dialekt beim Möchtegern-Dirtytalk und Damenwäscheträgern mit riesiger Gurke im knallroten Arsch. Gruselig, was da alles aus der Höhle streamt. Wir hoffen, diese unfreiwillig komischen und verstörenden Absurditäten verschwinden gemeinsam mit Corona wieder.

Wir sind gespannt, wann die ersten Öffnungsschritte kommen. Sobald die Innen-Gastronomie wieder loslegen darf, sollten auch Swingerclubs mit vernünftigem Hygienekonzept öffnen dürfen. Wir würden favorisieren, vorerst nur geimpften oder seit max. 6 Monaten von Corona genesenen Personen den Zutritt zu Swingerclubs (und anderen High-Risk-Locations) zu gestatten. Auch wenn es hinten herum eine Impfpflicht darstellt, kann unserer Meinung nur so schnellstmöglich wieder eine Normalität beginnen, bis irgendwann die Herdenimmunität erreicht ist und die wenigen Ungeimpften kein echtes Risiko für Impfwillige und die Wirtschaft mehr darstellen.

Wir sind geimpft, somit bereit und warten gierig auf ein baldiges Ende dieses Corona-Dauer-Horrors.

Passt auf Euch auf und haltet durch!

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Corona-Schnelltest im KitKatClub Berlin

JungAusBerlin schrieb am 1. Dezember 2020

Zuerst dachten wir an einen Scherz, denn so ganz seriös und clean, wie man sich eine Corona-Teststation vorstellt, ist so ein Fetisch-/Sex-/Kinky-/Swingerclub ja nun häufig nicht. Aber es stimmt: Das Kitty in Berlin öffnet ab 04.12.2020 seine Tore – mitten im Lockdown. Und es werden sogar wieder Körperflüssigkeiten den Besitzer wechseln, diesmal in Form eines Abstriches zum Testen von Corona. Es ist zwar ein Schnelltest und kein vollwertiger PCR-Test, aber besser ein billiger Schnelltest für 24,90 EUR, als überhaupt kein Test in diesen Zeiten.

Quelle: Instagram-Post vom Kitty

Vor rund zwei Jahren machte das Kitty noch Negativ-Schlagzeilen (Link zum Blog-Beitrag: „Eilmeldung: Lebensbedrohliche Krankheit im KitKatClub“), als dort ein Gast eine hochansteckende Meningitis hatte und man hauptsächlich durch breit gestreute Hinweise aus der Presse von der möglichen Infektionsgefahr für Besucher der Party erfuhr. Nun will man wohl das Beste aus Corona und Lockdown herausholen, denn so ganz uneigennützig ist das alles mit der hedonistischen Corona-Teststation ja nun bestimmt auch nicht. Kreativ ist es aber allemal, denn dieser Corona-Scheiß ist für Clubbetreiber schon ne verdammt harte Zeit.

Verrückte Welt: Früher ging mancher Besucher nach nem Kitty-Besuch zum Testen auf „Wasauchimmer“, in 2020 testet man im KitKatClub.

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Swingerclubs inmitten Corona: Wie gut gelöst?

JungAusBerlin schrieb am 20. September 2020

Nach rund 6 Monaten COVID-19-Lockdown machen nun nach und nach auch Swingerclubs wieder auf. Einige Clubs versuchen sich mit geändertem Konzept, manche warten noch auf das behördliche „Go“ und viele werden bestimmt komplett von der Bildfläche verschwinden, weil sie es nicht finanziell gepackt haben oder mit neuen Regeln künftig packen werden. Wir wagten nun kürzlich nach halbjähriger Zwangspause sehr zaghaft unsere ersten Versuche in die „neue Swingerwelt“. Zwei Clubs, besucht an zwei Samstagen, zur Chancengleichheit nicht gleich am ersten Öffnungstag, sondern am zweiten Öffnungs-Wochenende, um den Läden auch die Chance zu geben, das hoffentlich erarbeitete Konzept gut umzusetzen.

Vorab unser Fazit: Gruselig! Einmal, weil die Atmosphäre trotz gut umgesetztem Konzept nicht die alte Unbeschwertheit ermöglichte, in einem anderen Fall aufgrund sehr halbherzig erarbeitem, überhaupt nicht ernsthaft umgesetztem Konzept.

Club 1:
Die vom Club selbst gesetzte maximale Gästeanzahl war schon am früheren Abend erreicht. Am Eingang Händedesinfektion, Fiebermessung und Kontaktdatenabgabe. Es erfolgte eine gut erklärte Einweisung in die Spielregeln, man war auch offen für kritische Fragen. Die Regeln waren unter anderem Abstand halten, Getränke werden -um Stau an der Bar zu vermeiden- an den Tisch gebracht, maximal eine Person in den WC-Räumen, maximal 2 Haushalte im Nassbereich oder Essensbereich, kein Buffet (dafür a´la Carte), Maskenpflicht entfällt am Platz, Masken tragen bei Engstellen erwünscht, regelmäßige Desinfektion von Flächen (Tischen, Türklinken, Matten, …). Der Bar-Bereich wurde „entzerrt“, also deutlich weniger Barhocker waren vorzufinden. Man kann aber sagen, jeder Gast hatte eine Sitzgelegenheit, ohne anderen Leuten zu sehr auf die Pelle zu rücken. Das Personal war zahlenmäßig gut aufgestellt, gut über die Spielregeln informiert, stets (mit einer dummen Ausnahme, die wir aber verzeihen) mit Mundschutz auch über der Nase unterwegs und wies freundlich aber nachdrücklich z.B. auf das nicht erwünschte „zur Bar gehen, zwischen da sitzende Leute stellen und dort bestellen“ hin. Auch die Desinfektionsrunden bekamen wir mit. Man merkte dem Personal an, es wisse, ein neuer Lockdown oder ein Fall von Nachlässigkeit setze alles aufs Spiel – umso besser hatten sie sich und den Laden im Griff. Wir fühlten uns tatsächlich gut aufgehoben. Das Publikum war gegenüber anderen Leuten rücksichtsvoll, agierte umsichtig und blieb aber auch hauptsächlich unter sich. Es war bei weitem nicht so locker, wie es sonst im Swingerclub zugeht, uns drückte das auch etwas auf die Stimmung. Sehr seltsam war, als wir mit Maske dem Treiben im Mattenbereich kurz zuschauen wollten – alle nackt, wir mit Maske. Im Ergebnis war der Abend für uns ok, wenn auch nicht optimal – unter hygienischen Gesichtspunkten war die Sache aber unserer Meinung stimmig und gut durchdacht.

Club 2:
Anfangs noch recht leer, aber dann kamen die Leute nach und nach. Vom Betreiber gesetzte, maximale Gästeanzahl über den Abend nicht ganz erreicht. Auch hier am Eingang der Fiebercheck und die obligatorische Kontaktdatenabgabe. Auf dem Weg zum Platz herrschte Maskenpflicht, am Platz selbst durfte man sie abnehmen. Auf den Wegen durch den Club wiederum sollte man sie tragen, was aufgrund vieler Engstellen auch ratsam wäre. Richtige Regeln für die Gäste waren für uns nicht erkennbar. Auch wenn der Bar-Bar-Bereich ebenfalls stuhlmässig „entzerrt“ wurde, drängelten sich immer wieder Gäste ohne Mundschutz zwischen die wenigen Barhocker, lungerten im Stehen herum oder bestellten sich etwas. Das Buffet entfiel, soweit ok. Obwohl das Personal laut eigenem Konzept verpflichtet ist, „kontinuierlich“ den Mundschutz zu tragen, wurde dieser hinter der Theke abgelegt und bei den Wegen im Club manchmal korrekt aber oft auch nur halbherzig mit freiem Rüssel nur über Mund und Kinn getragen. Die Gäste waren bis auf ganz wenige Ausnahmen nicht in der Lage, beim Verlassen ihres Platzes konsequent den Mundschutz anzulegen, nur einmal von unzähligen Verstößen wurde seitens des Personals drauf hingewiesen. Wir kennen auch diesen Club sehr lange und waren Ende Februar vor unserer Reise nach Asien letztmals dort. Trotz halbjähriger Pause kam es uns irgendwie so vor, als wäre Corona nie wirklich ein Thema – von den (finanziellen) Entbehrungen und dem „seidenen Faden“, an dem die Sache hängt, merkten wir nicht wirklich was. Persönliche Meinungen zum Thema „Corona, seine Gefährlichkeit, Verschwörungstheorien, usw.“ soll ja gerne jeder haben, aber das Konzept sollte in einem professionellen Umfeld (ein Swingerclub ist ein Gewerbe und keine private Geburtstagsparty) vernünftig erstellt, geschult, ausnahmslos umgesetzt und notfalls auch unter renitenten/dummen Gästen durchgesetzt werden. Auch wenn wir das Personal in diesem Club echt mögen, umso enttäuschter waren wir vom „Konzept“ und der Ignoranz der meisten Gäste.

Abschließende Gedanken:
Auch wir haben keine Patentlösung für das Corona-Dilemma in Swingerclubs und dem Rest der Welt. Super, ein Hygienekonzept zu haben und dieses mit gutem Personal und Gästen mit Hirn umsetzen zu können. Dennoch ist es widersprüchlich, wie man spätestens auf der Spielwiese coronabezogen hygienisch sinnvoll mit Dritten agieren soll, während man sich im Rest des Clubs aus dem Weg gehen soll und brav Maske trägt. Gerade auf den Matten werden durch die sexuellen Aktivitäten vermehrt Aerosole freigesetzt, Sex mit Maske ist kaum umsetzbar und absurd. Ein Club in Sachsen gibt hier momentan die Regel „auf der Matte maximal zwei Haushalte“ vor. Sicher eine gute Idee für den Anfang und für eine Pärchennummer, aber swingertechnisch letztlich irgendwie auch nicht das Wahre, wenn man Orgien oder mal spontan ein paar Hände, Zungen oder Schwänze mehr will. Wir werden gewiss bald noch den einen oder anderen Ausflug in die Swingerszene unternehmen, sind aber der Meinung, das diese „neue Swingerwelt“ sehr gewöhnungsbedürftig und es nur eine Frage der Zeit ist, bis in der Presse von einem „Superspreading-Event im Swingerclub“ zu lesen sein wird. Da ist dann das Geheule wieder riesengroß, wie kürzlich bei der illegalen Touristen-Sexparty in Berlin. Ehrlich gesagt, sind wir etwas ratlos, wie wir mit diesen vielen Kompromissen umgehen und dabei nicht den Spaß verlieren sollen… 🙄

💡 Ein medizinischer Tipp noch an alle, die trotz Maske gern den Rüssel raushängen lassen: Corona dringt nicht durchs Kinn in den Körper!

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Corona-Pandemie und die Swinger-Szene

JungAusBerlin schrieb am 22. März 2020

Nun hat es Deutschland erwischt, COVID-19 (Coronavirus SARS-CoV-2) schlägt um sich und wirbelt unser aller Leben durcheinander. Vor einigen Wochen war alles noch ganz fern irgendwo in Asien, man wähnte sich hier in trügerischer Sicherheit und nun betrifft das unberechenbare Horror-Szenario mit einem Paukenschlag uns alle mit voller Wucht in fast allen Lebensbereichen.

Shutdown! Geschäfte, Restaurants, Bars und (natürlich auch zurecht) Swingerclubs dürfen nun nicht mehr für ihre Gäste öffnen. Wirtschaftlich für die meisten eine Katastrophe, absolut existenzgefährdend. Vielen Swingerclubs ging es auch bereits vor Corona nicht prächtig, reich kann man mit einem Swingerclub nämlich in der Regel nicht werden. Nun stehen Besitzer und ihre Mitarbeiter vor einer ungewissen Zukunft, bei in der Regel konstanter Kostenstruktur. Sind es einige Wochen oder doch viele Monate? Wie lange kann man die Miete/Pacht noch zahlen? Was wird aus Mitarbeitern, müssen sie nun vorsorglich gekündigt werden? Kann der Club nach der Schließung es sich überhaupt noch wirtschaftlich erlauben, jemals wieder zu öffnen? In welcher Welt leben wir danach? In einer Welt des Abstandes, des Misstrauens Fremden gegenüber?

Der Berliner Swingerclub „Zwanglos III“ hat sich in der „BZ“ gestern zu den Problematiken geäußert.
➡ Link zum Artikel: „Gruppensex in Zeiten der Corona-Pandemie“

Vor Corona waren wir als Pärchen oft belächelt worden, wenn wir unser Desinfektionsmittel nach (oft erzwungenem) Händeschütteln, dem Gang ans Buffet im Swingerclub oder dem Anfassen von Türklinken rausholten, um uns nicht den Pimmel, die Muschi oder die Krankheit von sonst wem ins Gesicht oder ans Essen zu reiben. Nun wird man nicht mehr komisch angeschaut, diese für uns vorher schon natürliche Sauberkeit ist langsam „normal“ geworden. Bleibt davon nach diesem Corona-Dreck etwas übrig? Wir würden es uns wünschen…

Ein Appell noch an unsere Blog-Leser:
Bleibt zuhause, seid vernünftig. Unterlasst bitte auch private (Swinger-)Dates, denn es ist niemandem geholfen, wenn Clubs und Bars zwar dichtmachen, Ihr Euch und andere aber hintenherum gefährdet. Steht nach überstandener Zeit der Entbehrung Euren Lieblings-Clubs zur Seite und helft ihnen, wieder auf die Beine zu kommen!

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