Swingerclub in Prag: Von MILFs, Ass-Lovers, ekeligen Stinkern und dem Fake-Taxi

SpicyDeluXXX schrieb am 11. Juni 2024

Wir sind ja gern unterwegs, weil uns die Swingerwelt in Berlin schon lange nicht mehr reizt. So entschieden wir uns, nach der Silvesterparty in dem Club, endlich mal wieder nach Prag in den Bunkr-Club zu fahren. Eine Woche vorher also das Hotel, den Parkplatz und die Mautgebühren gebucht, sowie uns für Freitag/Samstag im Swingerclub über JOYCLUB angemeldet. An beiden Abenden war zum Buchungszeitpunkt das Motto „SPEZIELL PARTY“ angesagt, so heißen in dem Laden ganz normale Clubpartys ohne weiteres Motto – wir erwarteten also einen ganz normalen Abend in dem Swingerclub.

Zwei Tage vor Anreise in Prag wurden dann seitens der Betreiber des Clubs neue Events bei JOYCLUB eingestellt und auch aus den beiden „SPEZIELL PARTYS“ wurden tatsächlich nachträglich Mottopartys. Freitag war nun „Horny busty MILF“ angesagt, unser Weibchen war schon fast beleidigt. Für Samstag durften wir uns jetzt auf „Butt lovers“ mit rotem Dresscode für die Damen freuen, als überzeugte „Mein-Arsch-bleibt-außen-vor“-Swingerin fürchtete unser Weibchen schon jede Menge arschfixierter Leute und schlechte Gerüche auf den Matten. Kurzum, wir waren etwas unglücklich über das, was uns da im Extremfall erwartet: MILFs, MILF-Hunter, Ass-Lover… Die Alternativclubs in Prag überzeugten uns nicht, unsere Buchungen waren nicht stornierbar – also ab nach Prag und sich überraschen lassen. Oft ist es in dem Club (auch vielen anderen Clubs) ja letztlich so, dass es zwar ein künstlich aus dem Boden gestampftes Event gibt, der Abend sich vom Publikum und dem gesamten Feeling jedoch nicht von „normalen“ Abendenden ohne Motto unterscheidet. So schlimm wird es also wohl nicht werden.

Zum Freitag:
Der MILF-Abend verlief soweit eigentlich ganz normal. Zunächst war der Abend sehr verhalten, kaum Gäste. Nach und nach wurde der Club deutlich voller, viele Kerle, zu viele Arabs (wie so oft, auch in Deutschland). Maximal drei echte MILFs laut Definition, mehrere GRILFs und viele normale Frauen waren unter den Gästen – der Abend hat sich wohl nicht so recht unter den echten MILFs herumgesprochen. Zwei deutsche, jüngere Mädels wollten es wissen und ließen sich zu späterer Stunde von diversen Kerlen hintereinander/gleichzeitig benutzen. Leider war das Geschehen auf der Matte kein positives Geruchserlebnis, denn diese Typen waren allesamt recht ungepflegt und stanken geradezu bestialisch nach Schweiß und fehlender Dusche. Auch hinterher war niemandem nach einer Dusche, unserem weiblichen Part wurde allein durch Anwesenheit einzelner Stinktiere im Bar-Bereich körperlich schlecht. Gangbang hin oder her – etwas Anspruch ans Gegenüber darf man bei so einer Nummer aber schon haben, so finden wir. Wir fragen uns leider immer öfter, wieso gewisse Personen -vorwiegend aus bestimmten Ecken dieser Welt- offenbar kein Gespür für ihre eigenen Körpergerüche und deren Wirkung auf andere Personen haben und Clubbetreiber sich schwer damit tun, diese Leute konsequent zum Duschen zu zwingen? Als lustigen Abschluss durften wir die Fahrt zum Hotel mittels Bolt dann im Fake-Taxi bewältigen. Der Fahrer hatte ein echt geniales Nummernschild. Leider waren wir nachts um halb vier zu müde, um auf der Rückbank noch ein standesgemäßes Nümmerchen zu beginnen.

Zum Samstag:
Der Ass-Lover-Abend fing ähnlich lahm an, füllte sich aber auf dieselbe Weise, wie der Vorabend. An den Dresscode hielt sich fast niemand, aber das dachten wir uns ja schon vorher. Ansonsten bemerkten wir zum Glück keinen besonderen Fokus auf Hinterteile. Eine Truppe jüngerer Mädels feierte Geburtstag im Club – ist halt deutlich billiger, als müsste man in einer normalen Location normale Preise für seine Drinks zahlen. Queersubventionierung nennt man das… Die Gäste wurden von den Mädels wenigstens mit einigen, halbwegs gelungenen Tanzeinlagen an der Pole-Dance-Stange entschädigt. Ein mittelalter Solomann mit Bierbauch und im Tanga stellte die Möchtegern-Tanzeinlagen der Mädels dann allerdings überraschend in den Schatten. Er legte einen Stangentanz hin, der es in sich hatte. Körperbeherrschung und viel Übung machten es möglich. Dann ging plötzlich die Musik aus und ein Großteil der Besucher verfolgte auf dem Fernseher, auf dem vorher noch stundenlang Pornos liefen, hoch interessiert eine Runde eines Boxkampfes. Nun ja, kann man mal machen. Es dauerte zum Glück nur eine Runde, dann lief der Abend normal weiter. Die auffällige, ungewaschene Stinkebande vom Vorabend blieb uns erspart, anstrengend waren die einzelnen Typen trotzdem sehr. Wir können mit Herrenüberschuss gut umgehen, dennoch ist es nervig, wenn man als Paar mal unterwegs ist und es verfolgen einen 15 kommunikationsgestörte Wichsäffchen auf Schritt und Tritt – da vergeht es einem doch gleich wieder. Also wieder zurück in den Bar-Bereich auf die Couch und dort rumgemacht. Geärgert hat uns das eiskalte Wasser der Dusche, das hat dann auch bei uns tatsächlich verhindert, dass wir hinterher duschen wollten. Da schließt sich dann vielleicht der Kreis zur ekelhaften Stinkebande vom Freitag…

Fazit des Wochenendes:
Der Swingerclub in Prag ist auf jeden Fall jedes Mal ein Erlebnis. Wir können viele Situationen und Erlebnisse leider wiederholt nicht niederschreiben, man muss einfach dabei gewesen sein, um nachvollziehen zu können, was da wirklich los war. Man erlebt dort Dinge, die wir so zuvor in noch keinem Club in Deutschland je mitbekommen haben – oft sehr abstruse Situationen. Für 13 Euro Eintritt über JOYCLUB für ein Paar mit einem gigantischen Essensangebot (das tischen die meisten Clubs in Deutschland noch nicht einmal zu Silvester auf) auf jeden Fall ein preiswertes Vergnügen, Getränke (mittleres Preisgefüge) kommen dazu. Leider ist in dem Club die Sprachbarriere nicht zu unterschätzen, selbst mit Englisch kommt man (abgesehen von Gesprächen mit anderen Touristen, wegen denen wir ja nicht da sind) häufig nicht wirklich weit, nonverbal aber eher. Der Club ist für uns trotz einiger weniger Dinge, die wir nicht so toll finden, noch immer eine willkommene, wilde und ungezwungene Alternative zu den Swingerclubs in unserer Umgebung, in denen die „Stock-im-Arsch-Fraktion“ mittlerweile die Oberhand hat. Genau diese Fraktion würde in diesem Swingerclub in Prag schnell die Krise kriegen, weswegen das Publikum da überwiegend sehr cool drauf ist, wenn wir persönlich auch dort eher selten in Paarungsbereitschaft mit anderen Gästen kommen. Aber das liegt halt an uns, wir wollen einfach nicht mit unseren Ansprüchen runter, obwohl man uns übergriffigerweise dazu tatsächlich schon mehrfach geraten hat.

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Wir bauen uns einen Playroom mit Spielwiese

SpicyDeluXXX schrieb am 7. Mai 2024

Es war fast eine fixe Idee, aber irgendwie gefiel sie uns immer besser. Da die Swingerclubs hier ja seit Jahren oft nur Langeweile aufkommen lassen, wollten wir uns ja so langsam mehr auf private Dates einlassen. Um auch den passenden Rahmen bei uns dafür zu schaffen, haben wir nun einen Raum in unserem Haus umgestaltet, der vorher eher als Abstell- und Gästezimmer genutzt wurde. Er liegt optimal: Im Erdgeschoss, hat direkten Zugang zur Terrasse mit 6-Personen-Whirlpool und daneben liegt ein Bad, sowie das Wohnzimmer. Als Nebeneffekt ist zudem alles etwas abgekoppelt von unseren privateren „Gemächern“. Also kam die Idee nach einem Playroom mit großer Spielwiese auf, in den Maßen 285×210 cm – jede Menge Platz zum Austoben, auch mit mehreren Leuten.

➡ Hier erstmal das Ergebnis (zum Vergrößern aufs Bild klicken):

Wer Lust hat, kann sich hier über die Details informieren:
Gebaut aus Paletten, inmitten von zwei Lagen Paletten befinden sich 30cm Styrodur. Wieso Styrodur, das benutzt man doch zur Dämmung? Styrodur ist leicht, wahnsinnig stabil (man kann Gebäude drauf errichten) und es ist recht leicht zuzuschneiden. Unser Haus ist zwar modern, aber eine Lage bestehend aus 6 Paletten wiegt etwa 144 Kilogramm. Wenn man 4-5 Lagen Paletten übereinanderstapelt, um auf die gewünschte Höhe von 72 cm Matratzenoberkante zu kommen, kommt da schon so einiges an Gewicht zusammen (die Personen drauf kommen noch dazu). Vielleicht lachen Fachleute darüber, aber wir wollten auf Nummer Sicher gehen. Um also keine statischen Probleme zu bekommen und Schäden am Estrich/Fußbodenheizung oder generell am Gebäude zu riskieren, aber trotzdem eine gute Höhe hinzubekommen, kam uns die Idee mit dem Styrodur. 3 Lagen mit je 10cm Dicke bilden so eine zusätzliche Erhöhung, so dass wir mit lediglich zwei Lagen Paletten zurechtkamen. Was wir nicht wussten, war, dass drei Lagen Styrodur direkt übereinanderstapelt recht knarrende/quietschende Geräusche machen, wenn darauf eine Lage Paletten kommt und man sich dann auf dem Konstrukt bewegt. Ferner kann die oberste Palettenreihe bei entsprechender Fickerei auch verrutschen. Also wieder alles auseinandergebaut, einfache Baumwoll-Bettlaken in Übergröße zwischen die Lagen Styrodur gelegt und sicherheitshalber die untereinander mit Blechen verbundenen Paletten noch an mehreren Stellen zur Vermeidung von Verrutschen mit dicken Schrauben an der Wand verschraubt und die Palettenfront mit Blechen fixiert. Oh Wunder, die Geräusche waren völlig weg. Nun ist alles bombenfest und jede Menge Action möglich, ohne dass sich etwas verschieben kann.

Die neuwertigen Europaletten waren leicht und günstig zu beschaffen, das Holz für die Verblendungen und Hinterkonstruktionen der Wandpaneele schon schwieriger. Die typischen Baumärkte waren aufgrund Beschaffungsschwierigkeiten völlig mies von der Auswahl her, daher besorgten wir das Holz im Fachhandel.

An die Vorder- und Seitenansicht kam eine Verblendung aus OSB, montiert mit Z-Klemmen an der Palettenfront, die ferner mit Schaumstoff und Kunstleder bespannt und außerdem mit Steckdosen versehen wurde. Die Ritzen zur Wand an den Matratzen wurden mit Schaumstoffverlängerungen gefüllt. An die Wände im Spielwiesenbereich wurden gepolsterte Wandpaneele und große Spiegel rundherum angebracht. Dazu noch etwas Deko, unser neues Logo an die Wand, Spannbettlaken in Übergröße und Schummerlicht – fertig war das Sexzimmer mit Spielwiese.

Alles in Allem war das alles kein Hexenwerk, obwohl unser männlicher Part alles andere, als ein Handwerker ist. Mit etwas Köpfchen und ein paar guten Ideen war dieses Projekt super durchzuziehen und sieht -so finden wir- so gar nicht mehr nach typischem Palettenbett aus.

Ganz billig war der Spaß mal wieder nicht, 1.750 EUR hat es alles zusammengerechnet gekostet, wir haben Wert auf gute Qualität gelegt und inkludiert sind auch ein paar neue Werkzeuge, die wir sowieso kaufen wollten. Die preislich höchsten zwei Einzelpositionen waren mit 400 EUR das Styrodur und mit 150 EUR der ganz große Spiegel nach Maß, der Rest hat sich tatsächlich so zusammengeläppert. Preislich wäre das in 30 cm überm Fußboden ohne Extras sicher auch für 300 EUR gegangen, dann hätte es aber nach billiger Verrichtungsstätte ausgesehen und das wollten wir definitiv nicht.

Fazit:
Wir haben die neue Spielwiese natürlich bereits eingeweiht und sind mit dem Ergebnis wirklich zufrieden, denn auch unter „Last“ knarrt und quietscht da gar nichts. Gäste abseits der Swingerszene haben künftig was zum Staunen oder können sich -falls jemand unser Fickzimmer doof findet- alternativ ein Hotel buchen.

💡 Nachfolgend noch einige Fotos von der Bauphase unserer rund 6 qm großen Spielwiese (zum Vergrößern aufs Bild klicken)

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JungAusBerlin wird zu SpicyDeluXXX

SpicyDeluXXX schrieb am 12. Februar 2024

Es ist Zeit für Veränderung. Nach über 20 Jahren haben wir ab heute einen neuen Nickname.
Tschüss JungAusBerlin, willkommen SpicyDeluXXX!

Der Name JungAusBerlin wurde in unserer Anfangszeit gewählt, um uns junge Hüpfer von den ganzen alten, notgeilen Swingerleuten im Netz etwas abzugrenzen und die wenigen Jüngeren allein schon über unseren Nickname auf uns aufmerksam zu machen. Das ist nun schon eine Weile her, der Name JungAusBerlin wurde von uns erstmals beim damals beliebten Paareportal Augenweide Ende Juli 2003 genutzt (davor nannten wir uns etwa ein Jahr lang ganz platt „SWPAAR“) und zieht sich nun bereits durch unser ganzes Swingerleben. Bei JOYCLUB sind wir seit 24.01.2006 dabei und hießen schon immer dort JungAusBerlin.

Wir sind zwar Transagers, also absolut keine „typischen“ Anfang/Mitte-40-Gestalten, fühlen und wirken also deutlich jünger, als es in unseren Ausweisen steht. Da wir uns später im hohen Alter aber nicht immer noch so nennen wollten, musste so langsam ein neuer, zeitloser aber zugleich auch cooler Name her.

In der heutigen Zeit spielen Alleinstellungsmerkmale, Markenfähigkeit und Rechte Dritter eine große Rolle, zudem lässt JOYCLUB nur Nicknames bis maximal 15 Zeichen zu. Gerade Letzteres hat uns sehr geärgert, denn unser ursprünglich geplanter Wunsch-Nickname, den wir seit rund 2 Jahren nutzen wollten, hat leider 17 Zeichen und lässt sich nicht sinnvoll abkürzen. Auch war JOYCLUB bis heute nicht bereit, diese harte Begrenzung der Zeichenanzahl etwas aufzulockern, z.B. auf 20 Zeichen, was unserer Meinung auch zeitgemäßer aufgrund mittlerweile rund 5,5 Millionen Mitgliedern wäre. Sowas hat bei den Entwicklern aber leider keine Priorität, wir haben mehrfach angefragt.

Nach viel zu langem Abwarten auf ein Einlenken JOYCLUBS hinsichtlich der Zeichenbegrenzung ist nun nach intensiven Überlegungen, kreativen Brainstormings, Recherchen und Abwägungen final die Entscheidung gefallen:
Seit 12.02.2024 heißen wir SpicyDeluXXX

Da sich unsere umfangreichen, mit den Jahren gewachsenen Profil- und Internetauftritte nicht alle auf einmal per Knopfdruck umstellen und anpassen lassen, wird es nach uns nach Veränderungen geben und das alte JungAusBerlin wird immer mehr verschwinden. Erst aus dem Nickname, dann aus Texten, Logos, Fotos und Visitenkarten. Auch unser Swingerblog wird künftig nur noch unter dem Label „powered by SpicyDeluXXX“ laufen. Für eine gewisse Übergangszeit wird es also einen unvermeidbaren Mix aus dem neuen SpicyDeluXXX und dem alten JungAusBerlin geben. Sollte sich der alte Nickname in alten Blogbeiträgen im Text finden, so ändern wir dies jedoch nicht, denn wir wollen das JungAusBerlin ja nicht aus unserer Vergangenheit tilgen.

Ein wenig Demut ist bei so einer Umbenennung natürlich dabei, denn schließlich sind wir unter dem alten Nickname seit über 20 Jahren bekannt und vielleicht auch manchmal berüchtigt. SpicyDeluXXX wird Euch und uns nun begleiten – die handelnden Personen dahinter sind immer noch dieselben.

Also, auf zu neuen Abenteuern! Begleitet uns auf unserer Reise unter dem Namen SpicyDeluXXX – mit uns wird’s nie langweilig, denn wir sind scharf wie rote Chilischoten!

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Swingerclubsterben: Ältester Swingerclub Berlins „Zwanglos“ nun final dicht

SpicyDeluXXX schrieb am 11. Januar 2024


Außenansicht des ehemaligen Zwanglos III

Das Unheil hat sich bereits Anfang April 2023 angekündigt, als wir trotz bestätigter JOYCLUB-Anmeldung vor verschlossener Tür des Swingerclubs Zwanglos III in der Gneisenaustraße standen. Alles dunkel, niemand öffnete, keine Info – scheiße war das. Wir schrieben die Chefin per WhatsApp an und erfuhren, dass es behördliche Probleme gäbe und man sich um eine baldige Wiedereröffnung kümmere. Auf der Website des Clubs und an der Clubtür stand dann kurz darauf was von „vorübergehender Schließung aus betrieblichen Gründen“. Das zog sich dann das gesamte Jahr über, wir fanden es stets unglaubwürdig, denn sowas dauert gewiss nicht ewig. Uns „bösen“ Swingerbloggern gegenüber wollte man zu den Details dann aber lieber nichts sagen, obwohl wir diese durchaus für uns behalten hätten. Anfang 2024 merkten wir, dass das JOYCLUB-Profil und die Telefonnummer des Swingerclubs Zwanglos III gelöscht waren – ab diesem Moment war die Sache für uns klar: Das Zwanglos ist Geschichte.

Wir haben natürlich nachgehakt: Durch eine Quelle bei den Behörden erfuhren wir aktuell u.A. aus erster Hand, dass für die Schließung zumindest keine behördlichen Probleme oder Anordnungen einer Behörde verantwortlich gewesen seien, letztlich kam es jedoch zur Kündigung des Mietvertrages der Räumlichkeiten des Zwanglos.
Seitens des Clubs sieht man das anders hinsichtlich der Behördenprobleme, bestätigt jedoch die während der Schließung vom Vermieter ausgesprochene Kündigung des Mietvertrages – allein das ist ja bereits das Todesurteil. Demnächst -nach Umbau- wohnen nun also Menschen im ehemaligen Swingerclub und hören in ihren nächtlichen Träumen hoffentlich die vögelnden Geister von tausenden Clubbesuchern…
Update vom 13.01.2024:
Wir erfuhren heute, dass ein Insolvenzverfahren über das Vermögen der Betreiberfirma bereits am 31.08.2023 beantragt und am 28.12.2023 eröffnet wurde (36z IN 5294/23)

Dieser sang- und klanglose Abgang des Clubs unter dem Deckmantel „betrieblicher Gründe“ war wirklich kein würdiges Ende für Berlins ältesten Swingerclub mit seiner Geschichte. Keine vernünftigen Infos an Gäste, ein ewiges Dahindümpeln/Hinhalten, immer wieder enttäuschte Leute die sich trotz Schließung noch bis November über JOYCLUB zu Partys in dem Club anmeldeten und dann überrascht vor verschlossener Tür standen, da die Info der Schließung nie bei Joyclub hinterlegt wurde.

Unser Nachruf auf den Club:
Wir persönlich finden die Schließung sehr schade, denn wir waren tatsächlich immer wieder mal gern dort. Wir haben die Betreiber, sowie das Personal echt gemocht und erlebten dort wahnsinnig abgefahrene aber auch sehr erotische Abende, von denen auch hier im Blog reichlich zu lesen ist. Den Club kannten wir rund 20 Jahre, anfangs wurden wir nicht so recht warm mit ihm, aber irgendwann war der Knoten geplatzt und wir besuchten ihn öfter. Und ja, der Club hatte etwas schmuddeliges, etwas verruchtes, war ein wenig altbacken und auch für sein illustres Publikum berüchtigt. Genau das war aber für uns auch der Reiz an dem Laden, er war wie eine Wundertüte. Leute mit Stock im Arsch trifft man in den anderen Swingerclubs leider zur Genüge, im Zwanglos war die Atmosphäre zwar einfach, manchmal etwas rustikal, aber dafür ehrlich. Es war ein Club, wo es nicht auf schicke Abendgarderobe oder ausgefallene Verkleidungen Outfits fürs Schaulaufen ankam, notfalls tat es bei Spontanbesuchern aber auch ein Handtuch um die Hüften – nicht sehr sexy, keine Frage. Halt ein „echter“ Swingerclub aus der „guten alten Zeit“ mit Schwarzlicht, Salzstangen und Teelichtern auf der Theke, dunklen Ecken und Gynstuhl. Auf Wunsch bekam man seinen Gin-Tonic sogar in einem Halbliterglas oder alkoholfreien Sekt. Die Anzahl der Paare und Frauen wurde potenziellen Besuchern auf Nachfrage vorab auch am Telefon durchgegeben, so dass man in etwa wusste, was einen erwartete – so einen Service gibts sonst nirgendwo und das war gerade bei den Solomännern sehr beliebt. Bis Corona kam, hatte der Laden tatsächlich 24 Stunden, 365 Tage im Jahr geöffnet. Einsame Herzen und völlig Hartgesottene konnten sogar an Heiligabend dem Partnertausch frönen. So etwas und die Lage mitten im Kiez zog natürlich auch Leute an, die in anderen Clubs eher nie zu sehen waren – ein einzigartiger Mix an erlebnishungrigen Menschen. Von den Gästen her war alles vertreten: Viel Schicksal, viele Paradiesvögel, Touristen-Laufkundschaft, Verirrte und Verwirrte, von 18 bis 85, manche sehr anstrengend, oft zu viele Typen aus dem arabischen Raum, dennoch aber trotzdem irgendwie familiär. Ein eigener Kosmos den man betrat und entweder für ein paar Stunden ein Teil davon wurde oder halt auch nicht und deswegen meist recht schnell wieder verschwand.

Wir persönlich waren nie auf die Stammgäste des Zwanglos aus, die haben uns nicht gereizt, waren uns meist zu „besonders“ und/oder auch nicht nach dem 20. Aufeinandertreffen plötzlich spannend. Stattdessen hatten wir unsere Erlebnisse auf den Spielwiesen des Clubs vorrangig mit den Eintagsfliegen/Touristen/Erstbesuchern, also mit Besuchern, die neugierig auf das waren, was sich hinter der mysteriösen Stahltür unter dem grell leuchtenden Schriftzug „Swinger-Club“ auf der Gneisenaustraße unweit der Partygegend Bergmann-Kiez verbarg. Daraus ergaben sich manchmal weitere Treffen, die auch dann durchaus mal woanders stattfanden.

Das Personal war beständig, stets aufmerksam, menschlich, herzlich, kümmerte sich im Bedarfsfall schon rührend um manch ein Opfer. Im Bedarfsfall ist der eine oder andere Spinner, der sich zu sehr daneben benahm und dann nicht freiwillig gehen wollte, aber auch recht zügig -notfalls noch in Unterwäsche- über die steile Außentreppe des Clubs entsorgt worden – auf direkte Berliner Art halt. Früher hatte der Swingerclub (ganz früher unter seinem alten Namen „Zwielicht“) insgesamt drei Standorte im Herzen Westberlins. Einmal Eintritt gezahlt, konnte man sich mit einer Stretch-Limousine im Bademantel von Club zu Club fahren lassen und es so gleich in drei Läden an einem Abend krachen lassen. Sowas war einmalig und genial vom Konzept. Stress mit Vermietern und Nachbarn (gewiss auch die wirtschaftliche Lage) führten dann dazu, dass irgendwann nur noch das Zwanglos III (also der dritte Club) übrigblieb.

Die „III“ blieb wie ein Mahnmal im Clubnamen stehen, wie als gäbe es vielleicht nochmal ein Zurück. Stattdessen bemerkten wir, wie aber auch in anderen Clubs, seit etwa 2014 eine langsame, aber sehr schlechte Veränderung der Gästeanzahl und -Struktur. Ein schleichender Tod, der zwar auch vom Personal beobachtet und bestätigt wurde, dem man offenbar aber auch irgendwie hilflos gegenüberstand. Die netten Begegnungen mit coolen, für uns sexuell attraktiven Menschen im Club nahmen mehr und mehr ab, es kamen kaum noch neue oder normale Leute, dafür hockte man häufig nur mit wenigen, oft etwas eigenartigen Stammgästen herum. Seitens der Betreiber wurden in den Jahren des Abstiegs keine Maßnahmen ergriffen, um das Ruder noch herumzureißen und neuen Wind in den Laden zu bringen – ob nun aus Hilflosigkeit, Gleichgültigkeit oder einfach fehlender Liquidität.

Corona hatten sie dann zum Glück halbwegs überstanden, öffneten irgendwann wieder unter Auflagen und eingeschränkten Öffnungszeiten – die Gäste fanden aber nicht mehr so recht in den Club und die Langeweile kehrte endgültig ein. Dann machte noch der Mieter direkt über dem Club Stress, störte sich an Zigarettenrauch, Saunadüften und Geräuschen, die ihn angeblich in seinen Räumen störten. Halt einer der typischen, zugezogenen Dorftrottel, die bewusst über einen Swingerclub (der mit fetter Leuchtreklame direkt unter seinem Fenster auf sich aufmerksam macht) mitten in die Stadt ziehen und dann die Miete drücken wollen. Das endete darin, dass die Raucher vor die Tür mussten, auch das führte zu noch mehr Besucherschwund, denn auf der Gneisenaustraße wie auf dem Präsentierteller im Bademantel oder Slip stehen, macht kaum einem Spaß. Wir hielten dem Laden bis zum Ende die Treue, merkten aber immer mehr, dass es mächtig bergab geht und nie wieder, wie zu den „goldenen Zeiten“ wird. Und dann kamen sie auch schon, die betrieblichen Gründe…

DANKE, dass es Euch gab! Was uns an Swingerclubs in Berlin (lediglich Avarus und Zwiespalt) geblieben ist, wird die entstandene Lücke nicht schließen können. Schon gar nicht vom Entertainment-Faktor her, der war im Zwanglos nämlich legendär.


➡ Mal die Swingerclubs im Stadtgebiet von Berlin, die in den letzten 20 Jahren verschwunden sind:
Sauna-Bar 2000 (unser erster Swingerclub), Adventure, Legeres, Fabriklounge, Villa Mondän, Scorpions-Club, Youneed, Spürbar, Hypnos (vorher Orpheus), Zügellos (vorher Triebwerk), Zwanglos I, II und nun III
Eine Schande, was diese angebliche Sexy-Hauptstadt nun noch an Auswahl an Swingerclubs zu bieten hat! Ein Witz im Vergleich zu anderen Ecken in Deutschland…

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Eventabzocke in Swingerclubs

SpicyDeluXXX schrieb am 8. Dezember 2023


Clubbetreiber sind Geschäftsleute und keine Gutmenschen, das ist uns klar. Dennoch fällt uns in letzter Zeit immer häufiger auf, dass Clubbetreiber bei Events gern abzocken.

Gerade zum Club-Jubiläum oder Geburtstag des Chefs wird gern ein Event künstlich aus dem Boden gestampft. Da wird dann vollmundig von „Wir feiern Jubiläum, dank Euch Gästen sind wir nun 10 Jahre“ oder „Manni feiert seinen Geburtstag“ gefaselt. Das Event wird absichtlich oberflächlich und nichtssagend beschrieben, keine harten Fakten wie „Feuerwerk“, „Champagnerbar“, „Austernbuffet“ oder weitere echte Besonderheiten des Abends werden genannt. Im Höchstfall steht da ein „Lasst Euch überraschen“ – toll, das können im Bestfall ein paar Gläser mit pappigen Salzstangen an der Bar sein. Sorry, aber diese Art von Scheiß-Events braucht niemand, bald wird wohl noch der Geburtstag des Bierlieferanten oder der Putzfrau gefeiert. Wenn man als Clubbetreiber zu einem Jubiläum oder Geburtstag einlädt, dann ist es das Mindeste, seine scheinbar ach wie geschätzten Stammgäste zum Sonderpreis (Geschenk an die Gäste) reinzulassen und eine echte Schippe an Event draufzulegen. Was wird stattdessen gemacht? Man schlägt auf den Eintrittspreis noch eine saftige Schippe drauf, liefert Durchschnitt ab und lässt sich von einigen dämlichen Gästen dann auch noch mit Blumen, Pralinen oder wahnsinnig kreativen Sachen wie Dildokerzen oder sonstigem Müll beschenken. Und weil ja das hart arbeitende Personal was zu feiern hat, soll man als (drauf)zahlender Gast möglichst auch noch Verständnis für den an diesen Abenden häufig etwas schlechteren oder langsameren Service und andere Nachlässigkeiten haben. Sorry, aber mit Kundenbindung und dem Zurückgeben von Wertschätzung an Stammgäste hat diese einfältige Eventgestaltung rein gar nichts zu tun. Wir meiden diese Events, an denen es zwar oft voll, aber stinklangweilig ist. Wir sind kein Zahlvieh.

Silvester ist mittlerweile auch so ein Ding in manchen Clubs. Was haben wir da schon alles gesehen, wie sich die Clubs versuchen, ihre Taschen am Ende des Jahres nochmal voll zu machen… 100% Aufschlag für maximal 10% mehr Leistung? Nein danke, da fahren wir lieber ins Ausland und feiern dort den Jahreswechsel in einem Club – ohne Abzocke vom Betreiber, nur das Hotel kostet dank rechtzeitiger Buchung ein wenig mehr. Nach der Silvesterschande vom letzten Jahr mehr als überfällig…

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