Es war fast eine fixe Idee, aber irgendwie gefiel sie uns immer besser. Da die Swingerclubs hier ja seit Jahren oft nur Langeweile aufkommen lassen, wollten wir uns ja so langsam mehr auf private Dates einlassen. Um auch den passenden Rahmen bei uns dafür zu schaffen, haben wir nun einen Raum in unserem Haus umgestaltet, der vorher eher als Abstell- und Gästezimmer genutzt wurde. Er liegt optimal: Im Erdgeschoss, hat direkten Zugang zur Terrasse mit 6-Personen-Whirlpool und daneben liegt ein Bad, sowie das Wohnzimmer. Als Nebeneffekt ist zudem alles etwas abgekoppelt von unseren privateren „Gemächern“. Also kam die Idee nach einem Playroom mit großer Spielwiese auf, in den Maßen 285×210 cm – jede Menge Platz zum Austoben, auch mit mehreren Leuten.
➡ Hier erstmal das Ergebnis (zum Vergrößern aufs Bild klicken):

Wer Lust hat, kann sich hier über die Details informieren:
Gebaut aus Paletten, inmitten von zwei Lagen Paletten befinden sich 30cm Styrodur. Wieso Styrodur, das benutzt man doch zur Dämmung? Styrodur ist leicht, wahnsinnig stabil (man kann Gebäude drauf errichten) und es ist recht leicht zuzuschneiden. Unser Haus ist zwar modern, aber eine Lage bestehend aus 6 Paletten wiegt etwa 144 Kilogramm. Wenn man 4-5 Lagen Paletten übereinanderstapelt, um auf die gewünschte Höhe von 72 cm Matratzenoberkante zu kommen, kommt da schon so einiges an Gewicht zusammen (die Personen drauf kommen noch dazu). Vielleicht lachen Fachleute darüber, aber wir wollten auf Nummer Sicher gehen. Um also keine statischen Probleme zu bekommen und Schäden am Estrich/Fußbodenheizung oder generell am Gebäude zu riskieren, aber trotzdem eine gute Höhe hinzubekommen, kam uns die Idee mit dem Styrodur. 3 Lagen mit je 10cm Dicke bilden so eine zusätzliche Erhöhung, so dass wir mit lediglich zwei Lagen Paletten zurechtkamen. Was wir nicht wussten, war, dass drei Lagen Styrodur direkt übereinanderstapelt recht knarrende/quietschende Geräusche machen, wenn darauf eine Lage Paletten kommt und man sich dann auf dem Konstrukt bewegt. Ferner kann die oberste Palettenreihe bei entsprechender Fickerei auch verrutschen. Also wieder alles auseinandergebaut, einfache Baumwoll-Bettlaken in Übergröße zwischen die Lagen Styrodur gelegt und sicherheitshalber die untereinander mit Blechen verbundenen Paletten noch an mehreren Stellen zur Vermeidung von Verrutschen mit dicken Schrauben an der Wand verschraubt und die Palettenfront mit Blechen fixiert. Oh Wunder, die Geräusche waren völlig weg. Nun ist alles bombenfest und jede Menge Action möglich, ohne dass sich etwas verschieben kann.
Die neuwertigen Europaletten waren leicht und günstig zu beschaffen, das Holz für die Verblendungen und Hinterkonstruktionen der Wandpaneele schon schwieriger. Die typischen Baumärkte waren aufgrund Beschaffungsschwierigkeiten völlig mies von der Auswahl her, daher besorgten wir das Holz im Fachhandel.
An die Vorder- und Seitenansicht kam eine Verblendung aus OSB, montiert mit Z-Klemmen an der Palettenfront, die ferner mit Schaumstoff und Kunstleder bespannt und außerdem mit Steckdosen versehen wurde. Die Ritzen zur Wand an den Matratzen wurden mit Schaumstoffverlängerungen gefüllt. An die Wände im Spielwiesenbereich wurden gepolsterte Wandpaneele und große Spiegel rundherum angebracht. Dazu noch etwas Deko, unser neues Logo an die Wand, Spannbettlaken in Übergröße und Schummerlicht – fertig war das Sexzimmer mit Spielwiese.
Alles in Allem war das alles kein Hexenwerk, obwohl unser männlicher Part alles andere, als ein Handwerker ist. Mit etwas Köpfchen und ein paar guten Ideen war dieses Projekt super durchzuziehen und sieht -so finden wir- so gar nicht mehr nach typischem Palettenbett aus.
Ganz billig war der Spaß mal wieder nicht, 1.750 EUR hat es alles zusammengerechnet gekostet, wir haben Wert auf gute Qualität gelegt und inkludiert sind auch ein paar neue Werkzeuge, die wir sowieso kaufen wollten. Die preislich höchsten zwei Einzelpositionen waren mit 400 EUR das Styrodur und mit 150 EUR der ganz große Spiegel nach Maß, der Rest hat sich tatsächlich so zusammengeläppert. Preislich wäre das in 30 cm überm Fußboden ohne Extras sicher auch für 300 EUR gegangen, dann hätte es aber nach billiger Verrichtungsstätte ausgesehen und das wollten wir definitiv nicht.
âž¡ Fazit:
Wir haben die neue Spielwiese natürlich bereits eingeweiht und sind mit dem Ergebnis wirklich zufrieden, denn auch unter „Last“ knarrt und quietscht da gar nichts. Gäste abseits der Swingerszene haben künftig was zum Staunen oder können sich -falls jemand unser Fickzimmer doof findet- alternativ ein Hotel buchen.
💡 Nachfolgend noch einige Fotos von der Bauphase unserer rund 6 qm großen Spielwiese (zum Vergrößern aufs Bild klicken)


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Da die Clubs in Berlin und Umgebung überwiegend noch im Lockdown oder -falls sie geöffnet sind- oft völlig überlaufen und daher gewiss nicht coronakonform sind, ging es mal wieder nach Prag. Über 1,5 Jahre ist der letzte Prag-Besuch im „SWINGERS CLUB PRAHA 1“, nun auch genannt „Klub Bunkr“ her. Auch in Tschechien gab es einen langen Lockdown und seit einigen Tagen hat der Club endlich wieder geöffnet. Es war von einer Renovierung und Erweiterung auf der Website des Clubs zu lesen, mangels Fotos musste aber ein persönlicher Eindruck her.
Mit einer kurzen Unterbrechung von manchmal wenigen Wochen sind die Swingerclubs nun seit über einem Jahr im Lockdown. Was wird nach Lockerung der Maßnahmen davon noch übrig bleiben? Wir befürchten, etwa die Hälfte der Swingerclubs wird es nicht schaffen. Gründe liegen u.a. auch in den hohen Hürden der Corona-Hilfen, die nur professionell als Firma aufgezogene Clubs mit vernünftiger Buchführung erhalten, die aufgrund ihrer Professionalität ferner eher zusätzlich einen finanziellen Background haben, als Clubs, die jeden zweiten Eintritt schwarz am Finanzamt vorbei kassiert haben. Vereine und nebenbei betriebene Mini-Dorfclubs werden hier gewiss leer ausgehen und es finanziell nicht packen. Dazu kommt der Sommer. Gerade in der kühleren Jahreszeit sind Clubs meist besser besucht, als in den warmen Sommermonaten. Der Grund liegt auf der Hand, die Leute sitzen lieber draußen, als in einem stickigen Club. Wir nennen das seit Jahren einfach nur „Sommerloch“. Gewinner sind höchstens Clubs mit Außenbereich, wovon es aber nicht so viele gibt. Ferner sind Swingerclubs ja eine recht spezielle Nische, in die sich halt selten jemand einfach so „verirrt“ und die Leute werden wohl zuerst die Biergärten und Restaurants stürmen wollen und irgendwann 





