Es war anfangs wieder so ein verflixter Abend, an dem wir uns fragten, wieso wir uns das mit den Swingerclubs noch antun. Öde Langeweile, fehlende Attraktivität der Gäste, zahlreiche einzelne Herren mit Druck in der Hose – Elend pur. Neben uns saß ein Pärchen an der Bar. Sie waren vor über zwei Jahren das letzte Mal im Swingerclub, konnten sich vom Sehen her an uns erinnern und dachten sich, uns nun erstmals ansprechen zu müssen. Oberflächliches Bla-Bla wurde ausgetauscht, weitergehendes Interesse konnten sie nicht wecken. Hätten wir gewusst, wie störend diese Leute mal werden, wir hätten sie gleich aus dem Club geekelt.
Kurz nach Mitternacht klingelte es an der Tür und eine junge Solo-Dame kam hinein. Ein paar Minuten später kamen wir auch schon in Kontakt mit der Lady. Sie kam aus einem nordischen Land, arbeitete seit kurzem nach dem Studium in Berlin und sprach kaum Deutsch, daher unterhielten wir uns auf Englisch mit ihr. Es dauerte nicht lange, da kam von ihr der Vorschlag, das Kennenlernen auf der Spielwiese zu intensivieren. Das war dann der Moment für das andere Pärchen, sich in die Dreier-Konstellation einklinken zu wollen. Wir wurden gefragt, ob sie mitkommen dürfen. Da die von uns ausgewählte Matte groß genug für fünf Leute war und es sich zudem um eine Pärchen-Spielwiese handelte, hatten wir ja eigentlich auch keine echte Handhabe, „nein“ zu sagen – zudem heißt „mitkommen“ ja noch lange nicht „mitmachen“.
Da lagen wir nun auf der Matte und während es mit der Frau und uns sehr schnell zur Sache ging, lag das andere Pärchen am Fußende und wusste offenbar nicht so recht, was es da soll. Die um die Ecke guckenden Solomänner, verjagte das Paar recht böse, fast schon aggressiv. Liebloses Gestreichel unter den beiden war das Highlight, obwohl wir als Dreier-Konstellation mit der Solofrau beschäftigt waren, merkten wir das Kriseln (böse Blicke untereinander, leise Diskussionen, …) unter den beiden deutlich und empfanden dies als Störfaktor/Fremdkörper. Als der weibliche Part der beiden dann rauchen gehen wollte, versuchte der Typ von dem Paar nach kurzem Ausharren auf der Matte sein Glück, bei unserem Dreier mitzumischen. Seine Frau war nach einer Minute des Grabbelns (für ihn viel zu schnell) wieder da und er sprang regelrecht aus dem Geschehen zurück in die Ecke und tat auf unschuldig. Kurz darauf entfernten sich beide und gingen zur Bar, wo sie sich lautstark stritten.
Wir drei ließen uns von diesem peinlichen Theater nicht beirren und machten bestimmt noch eine Stunde weiter. Es war ein wirklich geiles Ficken, Lecken und Blasen.
Später an der Bar bekamen wir beiläufig mit, dass unser Problempaar wohl schon länger untereinander streitet. Irgendeine Ex-Freundin von ihm war seiner Frau ein Dorn im Auge und man unterstellte sich gegenseitig Fremdgehen. Sie stritten jedenfalls noch eine ganze Weile deutlich hörbar miteinander, bevor sie irgendwann (endlich) gingen. Kurz vorher versuchten beide noch jeweils ihre Sichtweise ihres Beziehungs-Streites an uns loszuwerden.
Sorry, aber Ihr Scheiß-Assis habt nichts -rein gar nichts- im Swingerclub zu suchen, wenn Ihr Stress untereinander habt und das nicht für Euch behalten könnt. Aura-Crasher wie Ihr sind der Grund, wieso die geilsten Situationen den Bach herunter gehen können. Wir hatten Glück – aber nur, weil wir mittlerweile abgebrüht genug für sowas sind und auch die Solo-Dame sich davon nicht ärgern ließ. Bleibt zuhause, haut Euch dort verbal auf die Fresse und verschont erotiksuchende Menschen mit Eurem Drecks-Elend! 😈
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Als Stammgäste des Swingerclubs kennen wir ja nunmehr alle vom Personal ganz gut. Umso verwunderter waren wir, als sich ein ca. 50jähriger Typ als der clubeigene Masseur bei unserem weiblichen Part vorstellte und seine Dienste vollmundig anpries. Netter Versuch, aber leider bei den Falschen. Auch die Barfrau, die das alles mitbekam und mächtig schmunzeln musste, winkte recht schnell ab:
In Deutschland beobachten wir ja oft frustrierte Gestalten, die mit dicken Eiern Paare belästigen. In Prag lief das irgendwie anders ab. Es war Herrenüberschuss, der Club ist mitten im Herzen von Prag in einem unscheinbaren Hinterhof ohne Werbung untergebracht. In Tschechien dürfen Clubs keine Werbung am Haus oder dem Klingelschild machen, deshalb läuft der Clubbesuch etwas konspirativ ab. Man stellt sich auf die Straße, ruft die Nummer des Clubs an und wird abgeholt. Das war schon etwas seltsam, denn der Hinterhof sah nicht sonderlich einladend aus, trotzdem ab ins Abenteuer. Der Eintrittspreis war mehr als fair, umgerechnet 40 Euro und es waren alle Getränke und das Buffet (tschechische Hausmannskost) mit drin. Paare zahlen in dem Club teilweise gar nichts. Nach dem Umziehen runter in die Keller-Katakomben, denn der Club ist weitgehend unterirdisch angelegt. Alles in Ordnung, irgendwie etwas undergroundmäßig aufgemacht, sauber und auch die Spielwiesen waren cool und abwechslungsreich ausgestattet. Es war relativ viel Personal im Club, daher war der Service auch stets aufmerksam. Was mir auffiel, dass die Solomänner dort erstaunlich viel Smalltalk untereinander hielten. Sowas ist in Deutschland eher selten, da redet ja kaum ein Typ mit einem „Konkurrenten“, in Prag lief das aber ganz relaxt ab. Ich kam mit Englisch halbwegs klar in dem Club, natürlich ist Tschechisch sprachlich schwierig und stellte für mich gelegentlich eine gewisse Barriere dar. Ich war zudem der bestangezogenste Mann dort, denn ich fiel mit meinem typischen
Mal wieder ein Unding, was wir am Rande eines kürzlichen Swingerclub-Besuches mitbekommen haben: Eine Solofrau, die wir vom gelegentlichen Sehen kennen, kam mal wieder in den Club. Sie ist Mitte vierzig, wirkt verlebt und könnte mal Friseur und Kosmetik vertragen. Uns fiel sie mal negativ auf, als sie sich lautstark schimpfend über einen Typen aufregte, als der ihr sehr ehrlich an der Bar sagte, dass er keine Lust habe, mit ihr zu ficken. Wunderte uns nicht…
Unser weiblicher Part bekam mit der Zeit irgendwie ein komisches Gefühl in Bezug auf das Date, konnte es aber nicht so recht beschreiben. Nun ja, wir wagten es dennoch. Kurz bevor wir ankamen, erreichte uns ein Anruf von der Frau. Sie würde sich fünf Minuten verspäten, wir würden sie an den roten Schuhen erkennen. OK, dachten wir uns, dann warten wir halt noch kurz. Wenige Minuten später bog tatsächlich jemand mit roten Schuhen um die Ecke und lief auf uns zu. Leider keine schicken Damenschuhe, sondern olle Turnschuhe, getragen von einem Menschen in Herrenbekleidung und mit Männer-Haarschnitt. Sie stellte sich als unser Date vor. Wir waren etwas irritiert, vermissten völlig die angekündigte Frau. Also beim Club geklingelt, Treppe hoch und da tönte ein Satz, der so unpassend war, wie ein Clown auf einer Beerdigung: „Ich habe übrigens auch Gleitgel dabei, falls wir es brauchen!“ Das war der erste zusammenhängende Satz, den unsere Begleitung zustande bekam. Unser weiblicher Part schaffte es, ihn zu überhören. Unser Männchen feierte innerlich und wusste, dass das noch lustig wird und wir definitiv kein Gleitgel benötigen werden.





